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Drehbuch-Software jenseits von Final Draft - was sonst noch geht
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Drehbuch-Software jenseits von Final Draft - was sonst noch geht

Final Draft ist Industriestandard, aber nicht alternativlos. Eine ehrliche Übersicht: was Celtx, WriterDuet, Highland, Trelby, Fade In und ScriptZ jeweils gut machen, wo sie hinpassen und wo nicht.

Wer in deutschen oder amerikanischen Drehbuch-Foren mitliest, bekommt Final Draft als Default-Empfehlung. Industriestandard, von Studios akzeptiert, von Schreibräumen genutzt. Lifetime-Lizenz, rund 250 Dollar bzw. derzeit etwa 230 Euro. Mac und Windows.

Für viele Autoren ist das mehr Software, als sie brauchen, zu einem Preis, der größer ist als das Honorar ihres ersten Drehbuchs. Hier eine ehrliche Liste der Alternativen, mit dem, wofür sie gut sind und wofür nicht.

Was Final Draft eigentlich liefert

Bevor wir Alternativen vergleichen, lohnt sich die Frage, was Final Draft mitbringt:

  • Drehbuch-Formatierung mit automatischer Block-Erkennung (Slugline, Action, Charakter, Dialog).
  • Production-Features: Szenenmarkierungen, Revisionsfarben, Tagging für den Drehplan, Reports.
  • Industrie-Akzeptanz: ein .fdx-File geht überall reibungslos durch.
  • Outlining über das Beat-Board.
  • Collaboration, neuerdings auch in Echtzeit.

Wenn du an einer Serie für ein Studio arbeitest und Revisions in Pink-Pages durchgeben musst, brauchst du Final Draft oder etwas, das .fdx vollständig versteht. Wenn du an deinem ersten Kurzfilm schreibst, brauchst du das nicht.

Celtx

War lange die Gratis-Alternative für Anfänger. Mittlerweile fast vollständig auf Web verschoben und auf ein Abo-Modell umgestellt (ab 15 Dollar pro Monat aufwärts). Die alte Desktop-App ist abgekündigt. Wer alte Celtx-Projekte hat, kann sie noch öffnen, neue legt man im Web an.

  • Stärke: integriert Drehbuch und Produktions-Planung in einem Tool.
  • Schwäche: Web-only, Abo, in den letzten Jahren langsamer geworden. Die alte Empfehlung “Celtx ist gratis” stimmt nicht mehr.

WriterDuet

Web-First mit Desktop-Wrapper. Free-Tier mit Limit auf drei Projekte, Pro-Version etwa 12 Dollar pro Monat. Sehr gute Echtzeit-Collaboration, viele Autoren mit Schreibräumen schwören drauf.

  • Stärke: Collaboration ist deutlich besser als bei Final Draft.
  • Schwäche: Abo-Modell, Web-First. Wer alleine schreibt und kein Echtzeit-Co-Writing braucht, zahlt für etwas, das er nicht nutzt.

Highland

Mac-only, von John August (Drehbuchautor von Big Fish, Aladdin) und seinem Team. Markdown-basiert, der Text liegt im Plain-Text-Format Fountain. Einmal-Kauf, etwa 100 Dollar. Schlanker als Final Draft, schneller, weniger Production-Features.

  • Stärke: schnelles Schreibgefühl, Fountain-Workflow heißt der Text bleibt portierbar.
  • Schwäche: Mac-only, weniger Production-Features (was für viele kein Verlust ist), kostet trotzdem.

Trelby und Fade In

Trelby ist Open-Source, gratis, läuft auf Linux/Mac/Windows. Seit Jahren stabil, kein aktives Refresh. Wer eine kostenlose Desktop-App will und mit dem Look der frühen 2010er klarkommt, hat hier eine ernsthafte Option.

Fade In ist kommerziell, etwa 80 Dollar einmalig, Mac/Win/Linux. Wird gerne als “Final Draft, das dich nicht bei jedem zweiten Update zur Kasse bittet” empfohlen. .fdx-Import/Export funktioniert ordentlich.

ScriptZ

ScriptZ ist das Tool, das wir bauen. Damit das nicht wie ein Werbeblock klingt, hier ehrlich was es gut macht und was nicht:

  • Gut: Lokal-First, alles auf deiner Platte, kein Konto, kein Tracker. Schreibgefühl wie iA Writer, Drehbuch-Format darunter. Mac-Desktop und Web-App im Browser. Kostenlos.
  • Weniger gut: Keine vollwertigen Production-Features (kein Drehplan-Export, keine Revisions-Farben mit Industrie-Workflow). Kein .fdx-Export. Wer am Schluss in der Produktion einen Pink-Pages-Workflow braucht, kommt nicht drum rum, dort ein anderes Tool dazuzunehmen.
  • Sweet Spot: der Stoff zwischen Idee und fertigem Drehbuch. Outline, erste Fassungen, Überarbeitung. Wenn das Drehbuch danach in die Produktion geht, wandert es eh in deren Tool.

Was zu welchem Punkt passt

Wo du stehstWas passt
Erste Idee, will sehen ob das ein Drehbuch wirdScriptZ, Trelby
Kurzfilm, Festival-EinreichungScriptZ, Highland, Fade In
Schreibe regelmäßig, will lange dabei bleibenFade In, Highland (Mac), ScriptZ
Schreibraum, Echtzeit-Co-WritingWriterDuet
Serien-Episode für Studio mit Revision-WorkflowFinal Draft

Was du eigentlich brauchst

Die meisten “welche Drehbuch-Software”-Diskussionen drehen sich um Features, die der Autor nie nutzt. Wenn du allein am ersten Drehbuch sitzt, brauchst du:

  • Korrekte Formatierung der Block-Typen.
  • Ein Schreibgefühl, das dich nicht alle drei Zeilen aus dem Fluss reißt.
  • Einen Export, der bei den Leuten ankommt, denen du den Text schickst. PDF reicht für Festivals, .fdx braucht nur die Produktion.

Alles darüber hinaus ist Komfort. Komfort kann sich lohnen, aber er ist verhandelbar. Erst schreiben, dann das Tool den Anforderungen anpassen, nicht umgekehrt.

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